Im Gespräch: Robert Cibis | „Alles über Angela“

Der Film zum GesprächAlles über Angela – Teil 1Dokumentarfilm von Robert Cibis

Robert Cibis im Gespräch mit Alexander Christ (apolut.net)

Sechzehn Jahre regierte Angela Merkel die Bundesrepublik. Fünf Jahre nach ihrem Abschied nimmt der Filmemacher Robert Cibis sie noch einmal in den Blick. Im Gespräch mit apolut-Moderator Alexander Christ stellt er die erste Episode seiner geplanten Doku-Reihe „Alles über Angela“ vor. Ihn interessiert weniger die Person als das System dahinter. Merkels Aufstieg erklärt Cibis nicht mit Geschick oder Ehrgeiz. Er führt ihn auf ein Netzwerk von Unterstützern zurück, das sie platziert habe.

Als Beispiel dient beiden das Verhältnis zu Helmut Kohl. Kohl habe die frühere FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda gefördert. 1999 habe sie ihn mit ihrem FAZ-Artikel in der Spendenaffäre gestürzt, und trotzdem habe er sie danach öffentlich verteidigt. Für Cibis wirkt das, als habe sie einen Hebel gegen ihn in der Hand gehabt.

Ausführlich geht es um Merkels Familie. Ihr Vater Horst Kasner, der „rote Kasner“, ging 1954 in die DDR. Nach Cibis’ Deutung sollte er dort die evangelische Kirche auf Linie bringen. Hinzu kommt die Familie de Maizière, die in Ost und West an zentralen Stellen saß und Merkel stützte.

Christ zieht eine Parallele zur Nachkriegszeit: So wie damals NS-Belastete seien nach 1990 DDR-Kader wieder in Ämter gelangt. Cibis verweist auf die Fusion mit der Ost-CDU und auf die bis heute verschlossenen Stasi-Akten. An deren Öffnung habe keine Partei ein Interesse.

Aktuell sei das Thema allemal, sagt Cibis. Nur wer das „System Merkel“ verstehe, begreife, warum Deutschland heute gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung handle, von der Wirtschaft über die Landwirtschaft bis zur Bildung. Dieselben Muster sieht er bei Olaf Scholz und Friedrich Merz. Teil zwei und drei sind in Arbeit.

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Alexander ChristDeutschland – ein Sommermärchen. Das war einmal. Damals, 2006, waren unser aller Blicke vernebelt von dem Freudentaumel um die Erfolge der deutschen Fußballnationalmannschaft. Es waren vor allem die neue Leichtigkeit und die erfrischende Weltoffenheit, die man so bis dahin von den Deutschen nicht gekannt hatte. Doch im Schatten dieses Sommermärchens war im Herbst zuvor, 2005, eine Frau zur deutschen Bundeskanzlerin gewählt worden, die in ihrer verheerenden Wirkung wohl niemand auf dem Schirm hatte. Angela Merkel, in Hamburg-Eimsbüttel geboren, im Osten aufgewachsen, Theologentochter, FDJ-Mädel, Sekretärin für Agitation und Propaganda, Physikstudentin, Bardame, kinderlos, Wagnerliebhaberin, wer weiß was sonst noch alles. Bundesministerin unter Kanzler Helmut Kohl, danach Gerhard Schröder, selbst Kanzlerin, die erste Frau in diesem Amt. Ihr Wirken als Regierungschefin hat, das darf man wohl sagen, Deutschland nachhaltig verändert. Robert Cibis ist Filmproduzent und Regisseur.

Mit der von ihm und seiner Frau Lilian Franck gegründeten Unternehmensgruppe OVALmedia produzierte er bis 2021 unter anderem für und mit den Mainstreamsendern ARD, ZDF, Arte und 3sat bedeutende Dokumentarfilme. 2003 gewannen die beiden mit dem Film „Halbe Chance“ den Nachwuchspreis des Deutsch-Französischen Journalistenpreises [?]. Besonderes Aufsehen erregte 2010 die Produktion „Pianomania“, die in 25 Ländern in Kinos lief und mehrere Auszeichnungen erhielt. Seit 2020 moderiert Cibis das Talkshow-Format „Narrative“ und übertrug zudem live die Sitzungen der Stiftung Corona-Ausschuss. Trotz aller Kritik des Mainstreams und erheblicher Ausgrenzungsbemühungen macht Cibis aber unbeirrt weiter. Über sein neuestes Werk, das sich mit der Person Angela Merkels beschäftigt und deren unheilvolle Wirkung auf Deutschlands Weg beleuchtet, und über die Frage, wie ein Mensch so viel Hass gegen sein Land entwickeln kann, spreche ich heute mit Robert.

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