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Erika Maertens heiratet 1936 in den Neuhof auf der Ostseeinsel Poel ein. Nach dem zweiten Weltkrieg wird der Hof enteignet. Die Familie muß fliehen und wandert nach Brasilien aus. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands kauft ihr Schwiegersohn Teile des alten Neuhofs zurück. Jetzt kehrt die 81 jährige Oma Maertens heim nach Poel.

 

Dialogliste

0 00 00 Photos
0 00 00 Kommentar :
Erika Maertens heiratet 1936 in den Neuhof auf der Ostseeinsel Poel ein. Nach dem zweiten Weltkrieg wird der Hof enteignet, die Familie muß über Nacht fliehen. Die folgenden Jahre lebt Erika Maertens als Bäuerin in Westdeutschland. Sie zieht sechs Kinder groß. Der Mauerbau zerstört die Hoffnung auf den Neuhof zurückzukehren. Mit den zwei jüngsten Kindern wandert das Ehepaar nach Brasilien aus. Dort betreiben sie eine kleine Landwirtschaft. Als ihr Ehemann stirbt ist Erika Maertens 76 Jahre alt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands kauft ihr Schwiegersohn Teile des alten Neuhofs zurück. Jetzt kehrt die 81 jährige Oma Maertens heim nach Poel.

0 00 44 Titel : Oma Maertens

0 02 01 Wohnung
0 02 03 Oma Maertens (Off):
Dann habe ich die ... Ich kannte eher die Pflanzen und mein Mann kannte die Vögel und nun guck ich mal nach, welche das so sind. Das ist eine Guaba, die ist angefressen, nicht, ist sie das? Ich glaub das ist sie. Guaba, das ist eine wunderschöne Frucht, die aber immer mit, voller Tiere ist, aber wie wir sagen in Deutschland : "keine Rose ohne Dornen", so sagen sie in Brasilien "keine Guaba ohne Bisches", ohne kleine Tiere, die da drin wohnen, Würmer nich, Würmer sagen wir, Würmer. Und dann kommen die Vögel, einige Vögel fressen die Biches und einige fressen die Guaba, hat jeder was.
0 02 56 Frage :
Und hatten sie Angst wegzugehen?
0 02 59 Oma Maertens :
Wo?
0 03 00 Frage :
Nach Brasilien?
0 03 02 Oma Maertens :
Nach Brasilien hab ich keine Angst, aber zurückgehen nach hier, das konnte ich nicht, da wären wir wohl nie lebend angekommen. Wer hätte uns wieder zurückgelassen, man hatte uns ja vertrieben.

0 04 25 Oma Maertens (Off):
Ein Teil der Kinder war hier, ein Teil war da..
0 04 27 Feld
0 04 27 Oma Maertens :
...und wir waren mit den Kleinen, nich, man war auch auseinandergerissen und war nicht wieder zusammengekommen, wie wir hier auf Neuhof waren, denn dann gingen wir rüber und die zwei, die anderen waren dann schon hier welche verheiratet, die ersten und die anderen waren noch auf der Schule und so waren wir dann immer getrennt und sind auch bis heute ja nun, die bleiben drüben, diese sind hiergeblieben, die hier sind und ich werde wieder hiersein und wieder hierbleiben und ich werde wohl nicht wieder rübergehn...

0 07 10 Oma Maertens :
Naja, gibt immer nochwas auf der Welt, was man noch nicht gesehen hat, sogar auf der Insel Poel.
0 07 49 Frage :
Wieso, wie war des denn, also wie lange waren sie hier und wann sind sie weggeganen?
0 07 54 Oma Maertens:
Ich bin hergekommen 1931 und weg mußten wir 1945, Ende Oktober, da haben sie uns verjagt und alle anderen, die auf den größeren Höfen waren eben auch und da haben wir im Westen eine Landwirtschaft angefangen, die früher eine Baumschule war und wie dann die Mauer kam, da sagt mein Mann, "so, sagt er, nun ist es wohl doch vorbei, daß wir noch vielleicht irgendwie hätten zurückgekonnt". Und da sind wir rübergegangen, dann so weit weg wie nur möglich, damit man nicht noch immer wieder alles vor der Nase hat oder hört oder sieht. Da haben wir drüben, ich bin 26 Jahre drüben gewesen, die Zeit, lange Zeit.

0 08 58 Feld und Meer
0 09 13 Oma Maertens :
Guck mal, da hat es einen Bobeleta, ein Schmetterling, ein Kohlweißling. Das sind gar nicht so gute, die gehen in den Kohl. Poeler Kohl war früher oder ist auch jetzt noch, der soll so besonders gut schmecken, Poeler Mädchen und Poeler Kohl, die wären beide gleich gut, hieß es immer. Naja, was man so schnackt, nicht, was so geredet wird, aber weil eben so guter Boden ist, wuchs auch der Kohl in solchen großen Brocken, nicht.

0 10 25 Wolff-Jürgen:
Facelia.
0 10 26 Oma Maertens :
Das ist Facelia?
0 10 28 Wolff-Jürgen :
Hier drüben, nicht?
0 10 30 Oma Maertens :
Das hab ich noch nie gesehen.
0 10 32 Wolff-Jürgen :
Nee, das ist jetzt erst neu, als Zwischenfrucht.
0 10 35 Oma Maertens :
Als Zwischenfrucht? Wird untergepflügt?
0 10 37 Wolff-Jürgen :
Ja, gehäckselt bevor es aussamt nich.
0 10 39 Oma Maertens :
Bevor es aussamt noch? Mmh.
0 10 45 Wolff-Jürgen:
Das ist für die Stilllegungsfläche, daß da so ne...
0 10 48 Oma Maertens :
Jaja, Ina hat es immer für die Bienen, nicht?
0 10 52 Wolff-Jürgen:
Ja die Bienen mögen, dann ist der Raps fertig, dann kommt dies, für die Bienen ist es gut.
0 10 56 Oma Maertens :
Aha, das hab ich bis jetzt nur dem Namen nach, Facelia sagen sie, Zwischenfrucht, ja und dann wirds untergepflügt, so schön wie das ist, schade nicht. Aber was soll man nicht? Also weiß ich endlich, was das ist.

0 11 55 Garten
0 11 56 Oma Maertens :
Mal sehn, wie unsere Reithalle wird, wenn die Reithalle fertig ist, dann wird ja ein großes Fest gefeiert, nehm ich an. Ein Inselfest. Ja, ja. Aber ich bleibe nun hier, ich will auch nicht nochmal wieder rüber. Vielleicht krieg ich Heimweh und dann bleib ich drüben, nicht? Kann dann alles passieren, ich weiß es nicht. Aber hier, wenn ich guten Kontakt behalte mit den Kindern drüben und mit den, dann ist das auch auch in Ordnung und die können anrufen, die können hier anrufen.

0 12 50 Meer
0 12 53 Oma Maertens :
Wie ich im Winter hier war, war immer ein Schwanenpaar, die kamen jeden Nachmittag und wenn ich hier war, dann kamen sie hier angesegelt, so ganz langsam, die hört man ja gar nicht, wenn die in dem Wasser so daherschweben und dann gründeln sie hier auf diesem Stück, was nicht so tief ist.

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