Entro Toupie

Entro Toupie

Videoinstallation - 2000

Synopsis

Nach dem Prinzip der Entropie strebt alles dem Chaos entgegen. Geordnetere Elemente besitzen mehr Energie. Der Entropiezustand eines Gegenstands lässt sich messen. Viele Reaktionen laufen spontan dank dieses Prinzips ab. Ein Kreisel dreht sich regelmäßig, bis er umfällt. Von diesem Moment an werden seine Bewegungen unvorhersehbar und chaotisch, da jetzt der Einfluss der Entropie größer ist. Schließlich kommt der Kreisel zum Stillstand. Jetzt ist seine Entropie maximal, seine Moleküle sind ungeordneter, da sie keiner vorhersehbaren Bewegungsrichtung mehr unterliegen, sondern sich innerhalb des liegenden Kreisels durcheinanderbewegen. Der Zuschauer kann jedoch den Kreisel wieder anstoßen. Dadurch dreht er die Entropie örtlich um, dank seines Könnens und seiner Energie. So ist das Spiel noch nicht zu Ende. Die geregelten Wege der Menschen auf Rolltreppen, in Gängen und auf Straßen sind Ausdruck ihres geplanten Alltags. Wenn sie aus diesen Bahnen heraustreten, haben sie – einen kurzen Moment lang - von Neuem die Wahl ihrer Richtung. Das könnte ein Augenblick sein, um seinem Verlangen freien Lauf zu lassen, sich in Frage zu stellen, auszubrechen...vielleicht sogar um einer anarchischen Strömung nachzugeben.

Beschreibung der Installation

Ein dunkler Raum. Der Zuschauer entdeckt einen erleuchteten Tisch mit einem Kreisel darauf. Geht er darauf zu, sieht er seine eigene Silhouette auf der Leinwand gegenüber, die durch einen Rückkoppelungseffekt gedoppelt wird.Sobald er den Kreisel dreht wird das Bild seiner Silhouette durch 9 neue Bilder ersetzt: In der Mitte befindet sich der life von oben abgefilmte drehende Kreisel, darum herum 8 Bilder, die sich fortbewegende Menschenmengen an unterschiedlichen Orten zeigen. Diese 8 Bilder ergeben zusammen eine Kreisbewegung, die sich in derselben Richtung um den Kreisel herumdreht. Die Geschwindigkeit der Menschenströme hängt von der des Kreisels ab. Sie verlangsamen oder beschleunigen sich genau im selben Moment wie der Kreisel. Der Kreisel treibt die Menge an, gleich einem Motor. Im Durchschnitt dreht er sich eine Minute lang. Sobald der Kreisel umfällt, kommen die Leute aus ihren geregelten Wegen heraus und zerstreuen sich in verschiedene Richtungen. Zusätzlich verschmelzen die zuvor getrennten Bildfelder ineinander. Jedes Mal begleitet ein anderer, kreisender Ton die Bilder (Zufallsgenerator). Auch der Ton verlangsamt sich zum Ende hin, bis er ganz verklingt. Wenn der Kreisel ganz zum Stillstand gekommen ist, wird das Bild wieder von der Silhouette des Zuschauers ersetzt. Jetzt kann der Zuschauer erneut den „Erschaffer“ spielen und seine Welt ins Leben rufen. Jedes Mal wird es eine andere Welt sein, da sie von der Art abhängt, wie der Kreisel geworfen wird.

Trailer

Team
  • Autor(en) und Regisseur(e)

    Lilian Franck
  • Produzent(en)

    David Georges-François
  • Kamera

    Alexandre Bon
  • Ton

    Jacques Labarrière